Erneute Störung im französischem Atomkraftwerk

Im französischen Atomkraftwerk Fessenheim am Oberrhein hat sich erneut eine Störung ereignet

Es sei ein "Fehler" gemacht worden, als der Reaktor 1 nach Wartungsarbeiten am vergangenen Sonntag (03.04.2011) wieder hochgefahren werden sollte, teilte die Werksleitung mit. Dadurch sei der Reaktor automatisch abgeschaltet worden. Nach "angemessener Überprüfung" sei die Anlage am Montag wieder in Betrieb gegangen. Der Zwischenfall habe keine Auswirkung auf die Sicherheit des Kraftwerkes gehabt.

Die französische Atomaufsicht ASN stufte den Vorfall auf der weltweit gültigen Ereignisskala "INES" als Störung ein, die zweitniedrigste von acht Kategorien. Umweltschützer auf beiden Seiten des Rheins verlangen seit Jahren die Schließung des pannenanfälligen ältesten französischen Atomkraftwerkes, das am Rheinkanal unmittelbar an der deutschen Grenze liegt. Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima vor einem Monat fordern nun auch mehrere schweizerische Kantone die Stilllegung des Akw.

Die Atomkraftgegner verweisen auf das bekannte Erdbebenrisiko am Oberrhein sowie die Gefahr eines Deichbruchs beziehungsweise einer Überschwemmung am Rheinkanal. Der französische Stromriese und Kraftwerksbetreiber EDF hat für Reaktorblock Fessenheim 1 eine Verlängerung der Laufzeit um zehn Jahre beantragt. Eigentlich wollte die Atomaufsicht darüber im März entscheiden; nach dem Atomunfall in Japan wurde dies nun auf Juni verschoben.

Die beiden Druckwasserreaktoren von Fessenheim wurden 1977 in Betrieb genommen und sind damit die ältesten in Frankreich. Im vergangenen Jahr ereigneten sich in dem Meiler drei Störungen, die gemäß der INES-Skala eine Stufe unter einem Störfall liegen.

Quelle: web.de vom 8. April 2011

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